Ausstellungsarchiv

PAUL RENNER | HORNSTRUMPOT

6. Juli – 25. September 2021

 

“We shall not have succeeded in demolishing everything unless we demolish the ruins as well. But I can see no other way of doing that then by erecting some fine, well proportioned buildings.” Ubu - Alfred Jarry

Das Absurde und Dekadente, das Unmögliche, das Pataphysische - die Wissenschaft der imaginären Lösungen, der Paralleluniversen - treibt den Motor in Paul Renners Kunstkosmos an und prägt auch die Arbeitsweise des Galeristen Philipp Konzett.

Aus dem Prozess des “work in progress” entstand und entsteht das Konzept zur Ausstellung Hornstrumpot in enger Zusammenarbeit von Künstler und Galerist. Der Ausgangspunkt ist beider Sammelleidenschaft für bildende Kunst und Tribal Art sowie ihre Bibliophilie, die im formalen Rahmen einer Bibliothek kulminiert. In einzelnen Elementen mit Titeln wie The Hell Fire Touring & Dining Club - ein fortlaufendes Projekt, dass seit Jahren fixer Bestandteil im Werk des Künstlers ist - oder The Pantheon of Pataphysics sammeln sich Objekte aus Stammeskunst, Werke der Art Brut, Autographen, Bücher, Editionen und Originale - eigene sowie jene von Freunden und Künstlerkollegen wie Günter Brus oder Joseph Beuys - zu einer “Bibliothek der Obsessionen”.

Renner legt dabei keinen Wert auf die wissenschaftliche Erkenntnis, als vielmehr auf absurde Symbiosen, wie Beuys’ Capri Batterie verdeutlicht - die berühmte gelbe Glühbirne, die ihre Leuchtenergie aus dem gespeicherten Sonnenlicht in einer reifen Zitrone generiert und als pataphysisches Paradebeispiel dient.

Eines der zentralen Werke im Arrangement und eine Bibliothek für sich ist das Objekt des Hell Fire Touring Club. Die Gründungsmitglieder dieses Clubs, Medlar Lucan, Durian Gray und Paul Renner machten sich 2001 auf eine “Pilgerreise” durch Europa und entdeckten dabei in 19 Stationen den “schizogeografischen Raum, eine geheime Kulturgeschichte und neue Landkarte des menschlichen Körpers”, verdichtet und kondensiert in 19 Unikaten mit jeweils 19 Originalen von Paul Renner und Texten der dekadenten Köche und Gärtner Lucan & Gray.

Paul Renner erlaubt uns mit dieser Ausstellung einen facettenreichen, sehr persönlichen Blick in ein komplexes Gewebe aus historischen Vorbildern der Literatur, Kulinarik, Kunst und Architektur, den Dandys und Freaks, die ihn zu seinen synästhetischen Werken anregen.

Text: Silke Eggl

 

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RAHMENPROGRAMM

 
15. | 22. | 29. Juli
 
DONNERSTAGSFÜHRUNGEN
18 Uhr
Philipp Konzett und Paul Renner führen durch die Ausstellung
 
*
24. September
 
VORTRAG
19 Uhr
Christoph König, Lektüren von Nietzsches "Dionysos-Dithyramben"
 

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